Smarte UNkrautkontrolle (SUNK)

Innovative Strategien zum Glyphosatverzicht im pfluglosen Ackerbau

Laufzeit: 

Februar 2019

April 2023

Förderprogramm:

Europäische Innovationspartnerschaft (EIP Agri)

Projektbeteiligte:

Vector-e1591213025637
Smarte UNKraut Kontrolle GbR
LWB Bese
LWB Brunotte

Projektbeschreibung

Kurzüberblick

Das EIP-Agri-Projekt „Smarte Unkrautkontrolle (SUNK)“ untersuchte praxisnahe Alternativen zum Einsatz von Glyphosat im pfluglosen Ackerbau und in der Direktsaat.

Ziel war es, tragfähige Anbaustrategien zu entwickeln, die den Bodenschutz und die Vorteile pflugloser Systeme erhalten – auch unter den Bedingungen eines Glyphosatverzichts.

Die Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung e.V. war Projektpartner und begleitete die Versuche fachlich und wissenschaftlich.

 

Ausgangslage & Motivation

Pfluglose Anbausysteme und Direktsaat gelten als zentrale Bausteine für:

  • Erosionsschutz
  • Erhalt der Bodenstruktur
  • Förderung des Bodenlebens
  • Reduzierung von Arbeitsgängen und Energieeinsatz

Der bisher häufig genutzte Einsatz von Glyphosat spielte dabei eine wichtige Rolle in der Unkrautregulierung.

Mit zunehmenden gesellschaftlichen und politischen Restriktionen stellt sich jedoch die Frage: Wie kann pflugloser Ackerbau ohne Glyphosat dauerhaft funktionieren – ohne Rückfall in intensive Bodenbearbeitung?

 

Zielsetzung des Projekts

Das Projekt SUNK verfolgte das Ziel, praxisreife Strategien zur Unkrautregulierung zu entwickeln, die:

  • ohne Glyphosat auskommen
  • pfluglosen Ackerbau weiterhin ermöglichen
  • Bodenschutz und Bodenfruchtbarkeit berücksichtigen
  • wirtschaftlich und betrieblich umsetzbar sind

Im Fokus stand nicht eine einzelne Maßnahme, sondern das Zusammenspiel mehrerer Verfahren innerhalb eines Systems.

 

Versuchsansatz & Methodik

Die Untersuchungen wurden auf zwei landwirtschaftlichen Praxisbetrieben in Niedersachsen durchgeführt.

Erprobt wurden verschiedene Verfahren innerhalb mehrjähriger Fruchtfolgen.

 

Untersuchte Strategien

  • Mechanische Verfahren der Unkrautregulierung
  • Biologische Ansätze (u. a. Zwischenfruchtstrategien)
  • Elektrophysikalische Unkrautbekämpfung
  • Vergleich mit der chemischen Referenz (Glyphosat)

 

Einsatz digitaler Technologien

Zur Bewertung und Dokumentation kamen moderne Smart-Farming-Methoden zum Einsatz:

  • georeferenzierte Boden- und Pflanzenproben
  • Drohnentechnik und Multispektralkameras
  • Bodenscanner
  • Satellitendaten
  • digitale Entscheidungsmodelle

Ziel war es, die Ergebnisse praxisnah auszuwerten und übertragbar zu machen.

Ergebnisse

Endbericht
Die Forderung von Gesellschaft und Politik in den kommenden Jahren ist den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren. Die Anwendungen sollen auf ein notwendiges Maß beschränkt werden, weshalb Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes verstärkt gefördert werden. Durch den Wegfall bisher genutzter Herbizide wird die Unkrautkontrolle im konventionellen pfluglosen Ackerbau sowie in Direktsaatverfahren daher zukünftig zu einer Herausforderung.
Screenshot_20230419_153410_Dropbox-e1707652072127
Veröffentlichung zum Projekt
Masterarbeit zur Erlangung des akademischen Grades eines Master of Science (M. Sc.) im Studiengang Produktionsmanagement Agrarwirtschaft zum Thema „Einfluss mechanischer, biologischer oder elektrophysikalischer Verfahren der Unkrautregulierung auf die N-Mineralisierung des Bodens im Vergleich zur chemischen Alternative“ – vorgelegt bei Prof. Dr. techn. Berthold Ilgen von Robin Schölzke – zum Bericht auf das Bild klicken.
Screenshot_20230224_163409_Dropbox-e1707652238610

Presse

Auf der Suche nach Alternativen
DLG-Mitteilungen 7/2023 – Die konservierende Bodenbearbeitung und der Zwischenfruchtanbau sind eng verknüpft mit dem Einsatz von Glyphosat. Ohne wird der pfluglose Ackerbau zur echten Herausforderung. Jana Epperlein, Anja Schmidt und Burkhard Fromme stellen Versuchsergebnisse dazu vor.
Digitale Broschüre
EIP Agri in Niedersachsen – Durch stetig enger werdende Fruchtfolgen kommt der Bodenfruchtbarkeit eine immer größere Bedeutung zu
Screenshot_20210527-01-2-e1622139234671-225x300
Zu welchem Preis?
WOCHENBLATT Magazin 07/2023 – Um auch zukünftig pfluglosen Ackerbau und Direktsaat betreiben zu können, wurden in einem vierjährigen EIP Agri-Projekt Strategien zu alternativen Anbausystemen bei einem Glyphosatverzicht getestet.
Auf der Suche nach Alternativen: Was kommt nach Glyphosat?
LOP 03/2022 – Es wird schwieriger – Alternativen zum Einsatz von Glyphosat bedeuten stets auch einen stärkeren Eingriff in den Boden – Dr. Jana Epperlein und Anja Schmidt, Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung, GKB e.V.
Screenshot_20240111_191238_Dropbox-e1704997329646
Pfluglos ohne Glyphosat?
DLG-Mitteilungen 7/2021 – Der Schutz des Bodens hat für Burkhard und Hendrik Fromme oberste Priorität. Daher suchen sie gemeinsam mit einem Expertenteam nach Alternativen zum Glyphosateinsatz.
Screenshot_20240111_191202_Dropbox-e1704997269261
Zurück zum Pflug
Maschinenring Magazin 02/2021 – Keine Anwendung von Glyphosat mehr – für den pfluglosen Ackerbau ein bedrohliches Szenario – welche Alternativen
Screenshot_20210527-01-4-e1622139397822-225x300
Bodenleben ohne Pflug und Glyphosat
agrarheute vom 04.11.2020 – Feldtag am 26.10.2020, bei dem der aktuelle Stand des Projektes „Smarte Unkrautkontrolle“ präsentiert wurde
Screenshot_20210527-01-3-e1622139343711-224x300